Zum 8. Mai

Anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus

Am 8. Mai 1945 erfolgte die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Das Datum markiert somit das endgültige Ende der NS-Herrschaft in Europa. Nach einer kurzen Phase, in der an die Verbrechen des NS-Regimes erinnert wurde, kam es ab den 1950er Jahren zu Totengedenkfeiern, die erinnerungspolitisch von Heimkehrerverbänden wie dem Kameradschaftsbund (ÖKB) dominiert waren. Auch die deutschnationalen Burschenschaften veranstalteten ab den frühen fünfziger Jahren eigene „Gefallenenehrungen“ und befanden sich hierbei im gesellschaftlichen Mainstream. Der 8. Mai galt für Teile der Bevölkerung als Tag einer fürchterlichen Niederlage, an dem jährlich den getöteten Wehrmachtssoldaten gedacht und das Leiden am Krieg thematisiert wurde. Der Nationalsozialismus und seine Verbrechen blieben ebenso ausgespart, als auch eine Differenzierung zwischen TäterInnen und Verfolgten bzw. Ermordeten unterblieb.

Erst in den letzten Jahrzehnten setzte eine langsame Umdeutung des 8. Mais vom Trauertag zum „Tag der Befreiung“ ein. Die mutwilligen Beschädigungen der „Stolpersteine“ nicht nur in Graz, die an die Opfer der NS-Herrschaft erinnern sollen, sowie der willkürliche Abbau der vom Künstler Jochen Gerz für Graz gestalteten Gedenktafeln zeigen, wie umkämpft die Deutung von NS-Herrschaft und Kriegsende nach wie vor sind.

Das Komitee 8. Mai, eine Plattform mehrerer Grazer Vereine und Organisationen, hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, den Aspekt der Befreiung vom Faschismus stärker erinnerungs­politisch zu akzentuieren.

Am Komitee 8. Mai sind folgende Organisationen beteiligt:

  • Bildungsverein der KPÖ-Steiermark
  • CLIO – Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit
  • Grüne Akademie
  • Junge Grüne
  • KZ Verband
  • ÖH Uni Graz
  • Österreichische Liga für Menschenrechte
  • Verein für Gedenkkultur in Graz (Stolpersteinverlegung)

 

KZ Mauthausen Befreiung
Das Foto zeigt die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen durch die 11. US-Panzerdivision der 3. US-Armee und stammt von Donald R. Ornitz, Corporal der US-Army. Es entstand am 6. Mai 1945, einen Tag nachdem die US-Truppen beim Lager eingetroffen waren. Die Befreier werden auf einem von den spanischen KZ-Überlebenden angefertigten Spruchband willkommen geheißen: „LOS ESPAÑOLES ANTIFASCISTAS SALUDAN A LAS FUERZAS LIBERADORAS“ („Die spanischen Antifaschisten begrüßen die Befreiungsarmee“).