Über ERINNERN GRAZ

Die Entfernung der Grazer Gedenktafeln an den Nationalsozialismus lieferte den Anstoß zur Initiative ERINNERN GRAZ. Die Sozialistische Jugend (SJ) und die Jungen Grünen starteten daraufhin diese zivilgesellschaftliche, überparteiliche und offene Kampagne für eine lebendige Gedenkkultur in Graz – der Stadt der Menschenrechte!

Romy Grasgruber-Kerl hat grundlegende Ideen geliefert und uns durch ihr Feedback und Netzwerke sehr geholfen – Vielen Dank 🙂

Stadt der Volkserhebung – Stadt der Menschenrechte. In diesem Spannungsfeld zwischen der eigenen furchtbaren Vergangenheit im NS-Regime und der Gegenwart als moderne, offene Stadt bewegt sich Graz. Dabei wird viel zu oft übersehen, dass gelebte Offenheit erst möglich wird, wenn man sich kontinuierlich mit der eigenen Geschichte auseinandersetzt. Die Geschichte hat gezeigt, wohin Ignoranz, fehlende Relfexion und Mitläufertum führen können – und wie wichtig es ist, dagegen vorzugehen!

Projekte wie die Installation ‘63 Jahre danach’ des Künstlers Jochen Gerz erinnern im öffentlichen Raum an unser aller Geschichte. Die Diskussion über ihre Montage ist damit nicht nur eine über ein anerkanntes Kunstwerk, sondern eine über den Stellenwert von Gedenk- und Erinnerungskultur im öffentlichen Raum in unserer ‘Stadt der Menschenrechte’. ERINNERN sollte in Graz und ganz Europa einen höheren Stellenwert haben – die Entfernung der Gedenktafeln ist deshalb für uns das falsche Zeichen! Ganz im Gegenteil: Graz und Österreich brauchen eine lebendige Gedenkkultur und lebendiges Erinnern, das Teil des öffentlichen Lebens ist!

Wir fordern deshalb:

>> Die Wiederaufstellung und dauerhafte Installation der Grazer Gedenktafeln!
Dieses wertvolle Element der Grazer Erinnerungskultur soll (wie in anderen Städten der Steiermark) bis zum Jahr 2018 bestehen und für eine dauerhafte Installation für die Zeit danach überarbeitet werden.

>> Aktive Erinnerungsarbeit in den Grazer Schulen!
Erinnern heißt Bewusstsein schaffen – genau das sollte auch in Schulen geschehen. Mit regelmäßigen Angeboten für Grazer Schulstufen – Workshops, Zeitzeugengesprächen, Gedenktafel- und Stolpersteinspaziergängen – könnte dieses dringend notwendige Bewusstsein auch an die verschiedensten Gruppen von Jugendlichen herangetragen werden. Dieses Angebot darf sich aber nicht nur auf Graz beschränken, auch in anderen Teilen der Steiermarks und Österreichs muss eine lebendige Gedenkkultur integraler Teil des Schulunterrichts werden.

>> Gedenktage im öffentlichen Raum!
Aktives Gedenken setzt die Einbindung verschiedenster Menschengruppen voraus. In anderen deutschen und österreichischen Städten ist es längst üblich, besonderen Gedenktagen, wie z.B. dem ‘Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus’ oder dem ‘Internationalen Tag gegen Rassismus’ im öffentlichen Raum und unter Einbindung von lokalen PolitikerInnen und Vereinen zu gedenken und die öffentliche Reflektion zu fördern. Auch in Graz sollte das eine Selbstverständlichkeit werden! Die Initiative des SMZ Liebenau zum Gedenken an das dortige KZ-Außenlager ist dazu ein erster wichtiger Beitrag – weiter müssen folgen!

Vielen Dank an Romy Grasgruber-Kerl die uns mit ihren Ideen inspiriert & motiviert hat!

3 Gedanken zu „Über ERINNERN GRAZ

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